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Openshop langfristig kaufen 10.10.2000
Trading Division
Ein Trauerspiel bietet die am Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse unter dem Kürzel OSP kotierte Openshop Holding AG (WKN 780470) ihren Anlegern seit der Emission, so Leon Müller von Trading Division.
Noch vor etwa einem halben Jahr sei ein Anteilsschein des Softwarespezialisten das 5fache wert, mehr als 80 Prozent Verlust „erwirtschafteten“ Aktionäre, die die vermeintlich zweite Intershop direkt nach der Erstnotiz mit hohen Erwartungen in ihre Depots aufgenommen hätten. Sie seien bitter enttäuscht worden, zwar habe sich an der fundamentalen Situation des Unternehmens nichts gravierendes zum negativen hin verändert, sondern mehr zum positiven, der Chart allerdings gleiche einer Katastrophe und markiere täglich neue All-Time-Lows. Die Analysten von Trading Division wollen daher überprüfen, ob Openshop auf dem aktuellen Niveau einen Kauf lohnt.
Sicherlich eine der erfolgreichsten Neuemissionen in der Geschichte des Neuen Marktes sei die Openshop Holding AG, die Emission sei 50fach überzeichnet gewesen, im Graumarkt seien gut und gerne 265 Euro gezahlt worden, beachtenswert bei einer Bookbuildingspanne von 48 bis 54 Euro, der Neue Markt habe zu diesem Zeitpunkt sein All-Time-High erreicht. Doch dann sei das für viele Anleger unmögliche, die Neuen Märkte seien eingebrochen.
Nachdem die Nasdaq am 04. April, zehn Handelstage nach der Emission von Openshop am 21. März, eine Tagesschwankungsbreite von unvorstellbaren 17 Prozent aufgewiesen habe, habe sich ein Sell-Off angekündigt. Openshop habe sich dieser Entwicklung nicht entziehen können, die Börse sei betreffend Neuemissionen alles andere als investitionsfreudig, die Angst sei zu groß und so habe auch Openshop innerhalb weniger Wochen 50 Prozent an Wert. Seitdem habe es keine ersichtliche Erholung gegeben, im Gegenteil, ein weiterer Wertverlust sei eingesetzt, so dass heute nur noch ein Bruchteil dessen übrig sei, was einst im dreistelligen Bereich notiert habe und insgesamt mehr als eine Milliarde Euro wert sei. So viel zur Vergangenheit, wie werde es jedoch in Zukunft aussehen, sei eine dauerhafte Trendwende zu erwarten?
Um das zu ergründen, möchten die Analysten von Trading Division zunächst einmal auf das Geschäftsfeld der Openshop Holding AG eingehen. Das Unternehmen verstehe sich als Hersteller von eCommerce-Softwarelösungen für e-Business-Anwendungen in den Bereichen B2C (Business-to-Comsumer) als auch B2B (Business-to-Business). Somit decke man zwei der wichtigsten kommerziellen Bereiche im Internet ab, die Wachstumsaussichten seien hervorragend, doch seitens der Unternehmen nur mit anfänglich hohen Investitionen und den daraus zumeist resultierenden Verlusten zu realisieren. Hinzu komme, dass sich nur die Unternehmen am Markt langfristig durchsetzen können, die eine einzigartige Idee hätten und diese auch durchzusetzen vermögen.
Openshop setze an dieser Stelle auf Ordertainment - das Einkaufen per Internet (online ordering) werde verknüpft mit Entertainment zu einem virtuellen Erlebnis. Aber das allein werde Openshop nicht zur Marktführerschaft verhelfen, anderen Faktoren müsse mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. So biete die Software von Openshop beispielsweise schon seit längerer Zeit eine WAP-Schnittstelle, welche für die neue Form des elektronischen Commerce erforderlich sei, dem mobile Commerce, oder kurz mCommerce. Zahlreiche weitere Faktoren würden die Software der Openshop AG großen Unternehmen schmackhaft machen.
So finde man im Partnerregister Namen wie Bäurer und Lexware, Microsoft und Intel, Cobalt Networks und Tiscon. Dabei dürften die Namen der Konkurrenten geläufig sein, dort wäre an erster Stelle Intershop zu nennen. An zweiter Stelle sollte man, wenn man schon von den Konkurrenten der Openshop Holding AG spricht, auch Broadvision nennen. Diese beiden Firmen würden an der Börse um einiges höher gehandelt, sie hätten aber auch höhere Umsätze vorzuweisen.
Während Intershop im ersten Halbjahr des laufenden Jahres Umsätze in Höhe von 57,5 Millionen Euro vorweisen konnte, habe in den Büchern der Openshop Holding AG ein Bruchteil dieser Summe, nämlich 3,163 Millionen Euro gestanden. Doch schon bald möchte man Umsätze in weitaus höheren Regionen aufweisen, dazu sollten auch Akquisitionen beitragen können, vor nicht allzu langer Zeit habe beispielsweise die Übernahme der PSS Informationssysteme GmbH bekannt gegeben werden können. Weitere Akquisitionen sollten folgen, auf 90 Millionen Euro solle sich der Cash-Bestand angeblich summieren. Mit all diesen Maßnahmen habe man es zum erklärten Ziel gemacht bereits im Jahr 2002 den Break-Even-Point zu erreichen.
Angesichts der Tatsachen würden die Analysten der Trading Division zu dem Schluß kommen, dass Openshop grundsätzlich eine Investition wert sei, allerdings sei der Abwärtstrend voll intakt und ein Einstieg äußerst riskant und spekulativ. Die Analysten würden daher raten eine Bodenbildung abzuwarten und dann Positionen aufzubauen, sollte Intershop wieder anziehen, werde Openshop überproportional mitziehen. Das abschließende Urteil zur Openshop Holding AG laute daher: Kurzfristig halten, langfristig kaufen.
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